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Natural Hoofcare und F-Balance
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Natural Hoofcare

Veröffentlicht in Natural Hoof Care

Vorab.... Barhuf ist besser für´s Pferd und Barhuf ist möglich!

Was wir von Wildpferden lernen

Jaime Jackson, ein Schmied, studierte die Hufe und Lebensgewohnheiten der wilden Mustangs von Nordamerika (entflohene Hauspferde und deren wilde Nachkommen). Ihre Hufe waren völlig anderes als alles, was er bisher bei domestizierten Pferden gesehen hatte; er kam zu dem Schluss, dass das, was er bis dahin als Schmied getan hatte, unnatürlich und schädlich gewesen war. Er wechselte zu Barhuf-Bearbeitungspraktiken und fand heraus, daß Pferde sich sogar von schweren Lahmheiten erholten, wenn er ihre Hufe nach dem Vorbild der Mustanghufform bearbeitete.

In seinem Buch "The Natural Horse" (das natürliche/natürlich lebende Pferd) beschreibt Jaime die Lebensgewohnheiten und Hufform von Pferden, die wild in ihrer natürlichen Umwelt leben. Die robusten, gesunden, schönen Hufe von Pferden, die in wilden Herden im Westen der USA leben, werden durch die langen Strecken, die sie jeden Tag zurücklegen, in eine effiziente Form mit kurzen Trachten und Zehen gelaufen.

Das Pferd ist eine Kreatur der offenen, trockenen Prärien - mit Ausnahme der breitfüßigen Rassen in Nordeuropa, die an Marschland angepasst sind. Der natürliche Lebensraum von Pferden umfasst extreme Kälte und Hitze. Der Untergrund ist trocken, hart und oft felsig-steinig. Flüsse oder Wasserlöcher sind rar. Das Futter der Wildpferde ist trockenes, spärliches Gras in regenarmen Gegenden, eine Auswahl von Kräutern, Büschen, Wurzeln und Rinde. Wildpferde laufen 20 Meilen (30 km) oder mehr am Tag, um Futter und Wasser zu finden.

Das Pferd ist dazu geschaffen, in diesem Lebensraum sehr gut zu überleben. Jedes Körperteil sowie das soziale Leben in der Herde sind für ein anstrengendes leben in der trockenen Prärie gestaltet - und das Pferd braucht diese Extreme um auf dem Höhepunkt seiner Gesundheit zu bleiben. Pferde haben schon Millionen von Jahren so gelebt, weit länger als Menschen existieren. Somit ist das Pferd eine erfolgreiche Spezies.

Der Pferdehuf ist ein Meisterstück an lebendigem Design, dazu gemacht, mit gewaltigen mechanischen Beanspruchungen umzugehen. Wir können ihn unterstützen indem wir ihm geben was er braucht. Wir können unseren Pferden "natürliche" Lebensumstände ermöglichen, um ihre Gesundheit in Gefangenschaft zu fördern, damit sie in einer Umgebung ähnlich der, für die sie erschaffen wurden, leben können.

Jaime Jackson's Buch Paddock Paradise erklärt, wie man Pferde in Bewegung hält - auf einer langen, schmalen Kreis- oder Ovalbahn, die die Pferde kontinuierlich zu allen Plätzen führt, an denen sie ihre Bedürfnisse befriedigen können. Pferdegruppen, die auf einer solchen Bahn leben, nutzen ihre Hufe genügend ab, so dass kaum Bearbeitung notwendig wird. Sie bekommen auch viel mehr Bewegung als Pferde, die in einem typisch rechteckigen Auslauf herumstehen.

Wenn Sie Ihr Pferd barfuß laufen lassen möchten, wird der Erfolg dessen etwa zu gleichen Teilen von folgenden Gegebenheiten abhängen: Veränderungen im Lebensraum Ihres Pferdes vorzunehmen und die Hufbearbeitung nach dem Vorbild der Wildpferdehufe.

 

Wie die typische "Weide-Bearbeitung" den Pferden Schmerzen verursacht:

Die Trachten werden lang gelassen; dies begünstigt Trachtenzwang, Zehenlandung und " Hufrollenprobleme".

Die Sohle im Bereich unter der Vorderkante des Hufbeins (Zehencallus) wird weggeschnitten; eine dünne Sohle kann den Huf nicht schützen.

Die Unterkante der Hufwand wird gerade belassen, wie wenn der Huf für ein Eisen präpariert würde. Dies fördert verbogene Wände beim Barhuf, was so schmerzhaft ist wie wenn jemand stark an Ihrem Fingernagel ziehen würde.

Schmiede ignorieren oft verbogene Wände, die eine auseinandergezogene weiße Linie und schlechte Anbindung des Hufbeins an die Wand zur Folge haben. Deshalb hat das Pferd Schmerzen wenn es sich  auf harten, unebenen Untergründen bewegt.

 

Barhufpferde gewinnen

Qualität in der Fortbewegung, weil ein leichter, natürlich geformter Huf mit optimal gelagertem Abrollpunkt dem gesamten Bein eine freie Bewegung und eine Fußlandung mit der Trachte zuerst erlaubt.

Trittsicherheit, weil Barhufe den Untergrund fühlen können und bessere Rutschfestigkeit haben.

Ausdauer, weil flexible Hufe wie "Hilfspumpen" dem gesamten Körper beträchtliche Blutzirkulation ermöglichen.

Ich glaube, dass die Zeit kommen wird, zu der die Besitzer beschlagener Pferde erwägen müssen, die Eisen abzunehmen.

 

Die natürliche Hufbearbeitung ist nicht invasiv,
sie hilft und unterstützt den Huf, gesund zu werden und zu bleiben..."

Die Sohle des Hufs ist der am häufigsten falsch behandelte und missverstandenste Teil des domestizierten Pferdes (vielleicht mit Ausnahme seines Verdauungssystems)

Das zu starke ausdünnen der Sohle führt dazu, dass die inneren Strukturen weiter und weiter nach unten wandern und die gesamte Hufwand verlängern. Die Kehrseite ist, dass sich die inneren Strukturen nach oben bewegen, wenn man der Sohle erlaubt zu wachsen und Hornhaut mit einer optimalen Dicke entstehen lässt. Der Kronrand bewegt sich nach unten und kürzt die Hufkapsel auf natürliche Proportionen, wenn sich die Hornhaut bildet.

Wenn das Pferd versucht, die natürliche Sohlendicke aufzubauen, wird es häufig Schlüsselbereiche bevorzugen, an denen die Sohlendicke besonders benötigt wird.
Die Folge werden Klumpen oder Beulen auf dem flachen Bereich sein. Viele Barhufbearbeiter trimmen diese Beulen routinemäßig und arbeiten so gegen die Versuche des Pferdes eine angemessene Sohlenwölbung zu erreichen. Diese Klumpen könnten die einzigen richtigen Punkte am ganze Huf sein.

Wölbung muss aufgebaut und kann nicht hineingeschnitten werden.

Es ist erstaunlich wie eine passivere Herangehensweise an den Trachten eigentlich zu viel kürzeren, gesünderen Trachten und letztendlich zu einer tieferen Sohlenwölbung führt. Das kommt daher, dass die natürliche Bewegung und Einwirkung, die inneren Strukturen an eine höhere Position in der Hufkapsel bringen. Es ist ebenfalls erstaunlich wie die resultierende Trachtenlandung dir dabei hilft Verbiegungen und Trennungen der weißen Linie herauswachsen zu lassen.

Wie kommt es, dass ich jedesmal weniger machen soll, wenn mir das Pferd etwas über Hufpflege beibringt?

"Als ich aufhörte die Trachten in die gesunde Sohle zu kürzen, wurden die Trachten kürzer, als ich zu schneiden je gewagt hätte und die Leistung und Rehabilitation von Problemen verbesserte sich dramatisch.
Als ich aufhörte die Sohlenwölbung in die Sohlen und Eckstreben zu schneiden, wurden die Sohlen tiefer gewölbt und die Eckstreben gesünder und kräftiger als ich mir je erträumt hätte.
Als ich aufhörte routinemäßig Strähle zu trimmen und ihrer Hornhaut erlaubte härter und dicker zu werden, sah ich keine Hufpilz mehr und die Leistung ging noch eine Stufe nach oben. "

 

- Auszüge aus den Natural Hoof Care Artikeln von Pete Ramey -

 

 

 

F-Balance

Veröffentlicht in Natural Hoof Care

 

Was ist das F-Balance Konzept?

Das F-Balance-Konzept bedeutet im Wesentlichen die Berücksichtigung der funktionalen Sohle des Hufes in Bezug auf die longitudinale Flexibilität der Hornkapsel.

Das F-Balance-Konzept ist ein neues Konzept der Hufbearbeitung, das sich an natürlichen Referenzpunkten des Hufes orientiert und exakt messbar und reproduzierbar ist. Durch Berücksichtigung der Flexibilität des Hufes kann der Huf wieder in seine individuelle Balance gebracht werden.
Ein wichtiger natürlicher Faktor manifestiert sich sichtbar am Huf. Es ist die funktionelle Sohle, die für das Niveau 0 – „null“ – steht.

Daniel Anz nannte diese Art der Hufbearbeitung F-Balance.

Das darin enthaltene „F“ weist auf die Bedeutung der Flexibilität hin..
Eine korrekte Beurteilung der funktionalen Sohle ohne die gleichzeitige Berücksichtigung der longitudinalen Flexibilität der Hornkapsel ist nicht möglich.

Die longitudinale Flexibilität des Hufes ist entscheidend für das Wohl des Pferdes. Durch diese Flexibilität kann die Verteilung des Gewichtes auf unebenen Böden vom Huf aufgefangen werden, ohne die Gelenke, Sehnen und Bänder der Gliedmaßen zu überlasten.

Mit Hilfe der F-Balance ist der Hufbearbeiter in der Lage, die Gewichtsverteilung eines jeden Hufes exakt zu kontrollieren und einzustellen. Die 3 traditionellen Balancen x, y und z (aus dem Englischen: x = medio-lateral, y = rotational z = Fesselstand) ergeben erst zusammen mit der F-Balance ein absolut ausbalanciertes Pferd!

Die F-Balance existiert seit es Pferde gibt. Man sieht sie an JEDEM einzelnen Huf, egal ob gesund oder krank, schief oder perfekt. Es liegt nur an uns, sie zu erkennen, zu respektieren und bei der Hufbearbeitung anzuwenden.

Der Huf stellt ein System mit einer sehr flexiblen Hornstruktur dar, das, als Reaktion auf einwirkende Kräfte, folgende Bewegungsmöglichkeiten hat:

1- Horizontale Bewegung: Auch bekannt als klassischer Hufmechanismus. Sie ensteht wenn der Huf in der Stützphase belastet wird und die Hornkapsel durch den Druck der einfallenden Last des Pferdes und des Bodengegendruckes deformiert wird. Die horizontale Weitung übersteigt auch in extremen Fällen nicht mehr als 5 bis 6 Millimeter.

2- Longitudinale Bewegung: Die Flexibilität des Hufes entlang der Hochachse (proximo-distal) ist eine natürliche Eigenschaft, die zum Huf des Pferdes gehört. Sie heutzutage nicht zu berücksichtigen, wäre so, als verneine man die Existenz von Wasser im Ozean!

Die Hornkapsel hat die bemerkenswerte Eigenschaft, sich Dank ihrer Elastizität anpassen und verformen zu können. Diese Besonderheit erlaubt dem Huf, durch reversible Formveränderungen auf einwirkende Kräfte reagieren zu können.
Die longitudinale Flexibilität des Hufes ist der Kern des F-Balance-Konzeptes.

Sie macht es möglich, eine zu starke, einseitige Belastung des Hufes in Richtung Hufmitte zu verschieben und dadurch die Belastungssituation zu verbessern, ein verbessertes Gleichgewicht des Pferdes zu erreichen, und eine korrekte Belastungssituation zu erhalten oder wieder herzustellen.

Prinzipielle Funktion der F- Balance:
Die F-Balance hilft dem Huf, den vom Pferdegewicht erzeugten Druck auf den Boden wieder so gleichmäßig wie möglich auf den gesamten Huf zu verteilen. Außermittige Druckschwerpunkte werden zur Hufmitte hin verlagert, um die Gliedmaßenachse zu stabilisieren.

Die Schwebe:
Die longitudinale Flexibilität des Hufes ist der Schlüssel, um einen schiefen Huf ausbalancieren zu können. Die (Trachten-)Schwebe erscheint dann als Höhenunterschied zwischen den beiden Hufhälften, wenn der Huf ein medio-laterales Ungleichgewicht hatte und unter Berücksichtigung seiner natürlichen Grenzen ausgeschnitten wurde.

Die natürliche Bewegung der Hornkapsel:
Die longitudinale Flexibilität des Hufes ist möglich, weil er an seinem hinteren Teil, zwischen den Trachten, offen und an der Zehe geschlossen ist. Das Beispiel im Video zeigt einen Huf, der entlang der natürlichen Grenze, der funktionalen Sohle, ausgeschnitten wurde und verdeutlicht die Bewegung dieser natürlichen Grenze!

Daniel Anz sagt:
„Seit ich 1999 begann, die longitudinale Flexibilität des Hufes zu beobachten, hat sich mein Leben für immer verändert. Früher war mir nur der horizontale Hufmechanismus bewusst, und ich arbeitete nach traditionellen Methoden. Doch nachdem ich die natürliche Funtion des Hufes wirklich verstanden hatte, und bei der Hufbearbeitung die longitudinale Flexibilität beachtete, konnte ich nicht mehr zurück, um einen Huf nach traditionellen Techniken zu bearbeiten. Wirklich nie mehr!“

Ich sage:  F-Balance ist die wirkliche "Natural Hoofcare"- bearbeitung, da der Huf IMMER genau so bearbeitet wird, wie das Pferd ihn braucht!

 

 

Meine Zertifizierung machte ich im April 2018 bei Andi Weishaupt, Hufschmied und Leiter der F-Balance Academie Schweiz und nehme seitdem regelmäßig an den Fortbildungen teil.
 
 

 

 


Klassifizierung der Erfahrung als PROFESSIONAL:Professional