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Mein Anspruch an die Ausbildung des Pferdes
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Mein Anspruch an die Ausbildung des Pferdes

Veröffentlicht in Mobiler Unterricht

Persönlichkeitsentwicklung mit Pferden

Im Laufe der vielen Jahre, in denen ich Pferde und ihre Menschen begleiten durfte, wurde mir eines immer klarer: Eine Entwicklung war nur dann erfolgreich und nachhaltig, wenn sich etwas im Inneren des Menschen veränderte.

Technik und Strategie spielten im Vergleich dazu eine nur untergeordnete Rolle. So entwickelte sich meine Arbeit immer mehr dahin, unter die Oberfläche zu schauen und intensiver mit den Themen der Menschen zu arbeiten, die hinderlich sind für ihre Zusammenarbeit mit dem Pferd. In der Regel tauchen ähnliche Thematiken meist auch im zwischenmenschlichen Alltag der jeweils Betroffenen auf.

Mir geht es darum, das Wissen über die Schnittmenge von Menschen- und Pferdepsyche in die Arbeit zu integrieren und sinnvoll zu nutzen. Solche Prozesse können ganz unterschiedliche Themen haben wie z. B. Angst und Vertrauen, Stress, Leistungsdruck und Perfektion, Motivation, nicht zur Ruhe kommen, Empathie, Kontakt und Beziehung.

Viele Pferdebesitzer kommen zu mir, weil sie in unmotivierenden Endlos-Schleifen mit ihren Pferden stecken. Nicht weil ihnen die Technik fehlt, sondern innere Kompetenzen zur wirksamen Umsetzung.

 

Um ein Pferd als Arbeits- oder Reitpferd nutzen zu können, müssen wir ihm eine Lebensweise anbieten, die seinen Bedürfnissen nicht widerspricht. Artgerechte Haltung und Sozialkontakt sind grundlegende Voraussetzungen. Im natürlichen Verhalten des Pferdes ist der Fluchtinstinkt lebensnotwendig und tief verankert. Möchten wir ein Pferd trainieren, so muss ihm zunächst eine klare Hierarchie angeboten werden. Es muss den Ausbilder als ranghöheren Artgenossen verstehen. Durch den hieraus resultierenden Respekt bringt das Pferd dem Ausbilder Vertrauen, Entspannung und die Bereitschaft zur willigen Mitarbeit entgegen. Haben wir dieses Ziel erreicht, kann mit dem eigentlichen Training durch Konditionierung begonnen werden.

Jegliche Anwendung von Zwangsmitteln, Gewalt oder Grobheit sind abzulehnen. Sie lösen beim Pferd Schutzmechanismen aus, welche einen Lernprozess unmöglich machen.

„"Die freiwillige Mitarbeit des Pferdes bringt mehr Annehmlichkeiten mit sich als alle Mittel, mit denen man es zu zwingen sucht." (Alter französischer Meister).

Konditionierung durch positive Bestärkung / Motivation… der Schlüssel zum Erfolg!

Ist das Pferd grundlegend erzogen und die Bereitschaft zur willigen Mitarbeit etabliert, kann mit dem eigentlichen Training (Konditionierung) begonnen werden. Bevor das Pferd unter dem Sattel gestartet wird, lernt es idealerweise die grundlegenden Voraussetzungen durch die Bodenschule.

Was ist Konditionierung?

Konditionierung heißt, durch das Einwirken auf ein Individuum sein Verhalten zu beeinflussen und so dieses Verhalten anhand von bestimmten Bedingungen zu ändern. Pferde fühlen und denken, ergo verfügen sie über Intelligenz. Der Ausbilder sollte sich diese Intelligenz zu Nutze machen.
Dies geschieht über die positive Bestärkung. Eine positive Bestärkung ist all das, was in Verbindung mit einer Handlung dazu beiträgt, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass eine solche Handlung wiederholt wird. Gewünschtes Verhalten wird sofort positiv bestärkt. Dies kann ein deutliches Lob, ein Loslassen des Zügels bei Nachgiebigkeit oder auch die Gabe von einem Leckerli sein. Bei dieser Methode der Ausbildung wird das Pferd zur geistigen Mitarbeit angeregt.

Westernreiten

Modetrends ändern sich von Jahr zu Jahr; im Westernreiten gilt Amerika nach wie vor als Trendsetter. Sind Pferde mit tiefer Kopfhaltung Gewinner der World-Show, so reiten alle ihre Pferde mit dem Kopf in den Boden. Sind kleine Pferde oft vorn platziert, so investiert man eben in Zwerg-Quarter-Horses.


Ich frage mich: wozu soll das alles dienen?
Sind Schleifen oder Blech-Pokale das alles wirklich wert?
Wo bleibt der Partner Pferd bei der ganzen Geschichte?
Oder sind wir so sehr abhängig von der Anerkennung anderer?


Seit vielen Jahren beobachte ich, wie Reiter, unter dem Vorwand der Gymnastizierung, an ihren Pferden drücken und dauerhaft beidhändig in Gebissen reiten, welche eigentlich zum feinen einhändigen Reiten konzipiert wurden. Wenn die ganze Sache dann auch noch zäh und das Pferd unsensibel wird, wird rasch zu Gerte und Sporen gegriffen.
Es bleibt zu hoffen, dass sich hier das Gedankengut -sowie der für mich oftmals falsche Ehrgeiz in der Sportreiterei- in Richtung Horsemanship verändert.

 

Warum die Skala der Ausbildung so wichtig ist

Die Ausbildungsskala entsprechend den Richtlinien der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN):

1. Takt
2. Losgelassenheit
3. Anlehnung
4. Schwung
5. Geraderichten
6. Versammlung

Western-Ausbildungsskala EWU:

  1. Gleichmäßige, taktreine Gänge
  2. Losgelassenheit/Entspannung
  3. Nachgiebigkeit
  4. Aktivierung der Hinterhand
  5. Geraderichten
  6. Absolute Durchlässigkeit

"Dressur heißt nicht, schwierige Lektionen vorzuführen, sondern das Pferd gelehriger, geschmeidiger zu machen und ihm besseres Gleichgewicht zu vermitteln."
(Nuno Oliveira)

Die einzelnen Schritte - egal ob Klassisch oder Western - sind unerlässlich, damit uns das Pferd lange Jahre gesund tragen kann und können jederzeit auch entspannt im Gelände trainiert werden!

Nur ein Pferd welches in jeder Gangart im Takt und losgelassen über den Rücken läuft, wird seinen Rücken wölben und trainieren und seine Wirbel dazu bringen, sich nicht irgendwann „küssen zu wollen“
- kissing spines -  ein sehr netter Ausdruck für einen Preis, den leider immer mehr Pferde zahlen müssen.

Es wird die Anlehnung an unsere feine und leichte Hand suchen,  nachgiebig werden und mit der Hinterhand Schwung entwickeln. Es tritt mit seiner Hinterhand unter unseren Schwerpunkt.

Das Geraderichten ist wichtig um ihre natürliche Schiefe auszugleichen. Denn nur dann wird jedes Gelenk, jede Sehne, jeder Muskel auf beiden Seiten gleichermaßen trainiert und wir beugen einseitigen Verschleißerscheinungen wie z.b. Arthrose vor.

Die Versammlung/absolute Durchlässigkeit kann man getrost den Profis überlassen wenn man möchte, aber alles andere sind wir unseren Pferden schuldig.

Hier kommen Auszüge der „Ethischen Grundsätze des Pferdefreundes“ zum Tragen:

  • Wer immer sich mit dem Pferd beschäftigt, übernimmt die Verantwortung für das ihm anvertraute Lebewesen.
  • Der physischen wie psychischen Gesundheit des Pferdes ist unabhängig von seiner Nutzung oberste Bedeutung einzuräumen.

 

Diese Gliederung der Ausbildungsschritte ist durchdacht und akzeptabel für Könner mit entsprechend hervorragenden Pferden. Der Weg vom Takt zur Versammlung / absoluten Durchlässigkeit ist sehr weit, teuer, anspruchsvoll, bedarf eines sehr begnadeten Trainers und dauert, realistisch betrachtet 2–2,5 Jahre!
Die Ausbildungsskala gilt sowohl für die Ausbildung des Jungpferdes, als auch für jede einzelne Trainingseinheit eines älteren Pferdes. Die Stufen bauen aufeinander auf, so dass auch im täglichen Training des Pferdes jede Stufe einzeln abgefragt werden sollte.